Wenn die Peripherie die Macht übernimmt
Shownotes
Was tun, wenn plötzlich alle Drucker im Unternehmen durchdrehen und Quellcode ausspucken? In dieser Folge eskaliert ein vermeintlich banales IT-Problem zur größten Rebellion seit dem Papierstau von 2007.
Ein nächtliches Skript, ein mathematischer Wink mit „3,14“ und versteckte Raspberry Pis führen unser IT-Team auf die Spur einer subversiven Bewegung: „Die Drucker-Befreier“ – ein Zusammenschluss frustrierter Mitarbeitender, die genug von Tonerdramen, Offline-Fehlern und überhörten Modernisierungsvorschlägen haben.
Was folgt, ist eine Geschichte über technische Ignoranz, kreative Sabotage und die überraschende Kraft von richtig gut vorbereiteten Praktikanten.
🔹 Eine Guerilla-Aktion gegen veraltete Druckerflotten
🔹 Ein CEO, der auf Papier schwört – und plötzlich grün denkt
🔹 Ein Praktikant, der vom Hacker zum Held wird
Fazit: Manchmal braucht es rebellierende Peripheriegeräte, damit die zentrale IT endlich hinhört.
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00:00:00: Wenn die Peripherie die Macht übernimmt.
00:00:04: Unser Drucker ist verrückt geworden.
00:00:06: Petra, die Leiterin der Buchhaltung, stürmte in mein Büro.
00:00:10: Ihr sonst so akkuratfrisiertes Haar wirkte zerzaust, ihre Augen weit aufgerissen.
00:00:17: Er druckt ununterbrochen Seiten mit seltsamen Symbolen aus.
00:00:21: Wir können ihn nicht stoppen.
00:00:23: Ich säufste innerlich.
00:00:25: Druckerprobleme gehörten zu den lästigsten aber banalsten Aufgaben eines IT-Leiters.
00:00:32: Wahrscheinlich ein Treiberproblem oder ein feststeckender Druckauftrag.
00:00:37: Ich schicke gleich jemanden vorbei.
00:00:39: Komponent Placement versicherte ich ihr mit einem beruhigenden Lächeln.
00:00:44: Wahrscheinlich nur ein...
00:00:47: Mein Telefon klingelte.
00:00:49: Die Marketingabteilung.
00:00:51: Auch ein Druckerproblem.
00:00:53: Dann die Personalabteilung.
00:00:54: Dann der Empfang.
00:00:57: Innerhalb von zehn Minuten hatte jede Abteilung im Gebäude angerufen, um einen rebellierenden Drucker zu melden.
00:01:04: Was ich nicht sagte, dass ich in diesem Moment ernsthaft darüber nachdachte, ob wir Opfer einer koordinierten Cyberattacke waren oder ob die Skynet-Apokalypse gerade mit unseren Druckern begann.
00:01:17: Ich rief sofort mein Team zusammen.
00:01:20: Ihre Gesichter spiegelten eine Mischung aus Verwirrung und Belustigung wieder, als ich ihnen von der Drucker-Rebellion berichtete.
00:01:29: Alle Drucker gleichzeitig?
00:01:31: fragte Kevin mit hochgezogenen Augenbrauen.
00:01:34: Das klingt nicht nach einem Zufall.
00:01:36: Könnte ein Virus sein?
00:01:38: überlegte Sarah.
00:01:40: Oder ein fehlgeschlagenes Firmware-Update.
00:01:42: Oder eine Verschwörung der Druckerhersteller, um uns zum Kauf neuer Geräte zu zwingen.
00:01:49: Scherzte Markus, unser ewiger Verschwörungstheoretiker.
00:01:53: Mira war bereits dabei, die Netzwerkaktivitäten zu überprüfen.
00:01:58: Ich sehe ungewöhnlich viel Datenverkehr zum Druckerserver,
00:02:02: meldete sie.
00:02:03: Irgendetwas oder irgendjemand sendet massenhaft Druckaufträge.
00:02:08: Okay,
00:02:09: sagte ich und versuchte ruhig zu bleiben.
00:02:12: Wir teilen uns auf.
00:02:14: Kevin überprüfe den Druckerserver.
00:02:17: Sarah.
00:02:18: Sieh dir die Netzwerkprotokolle an.
00:02:20: Markus, geh zur Buchhaltung und schau dir an, was genau gedruckt wird.
00:02:25: Mira, isoliere den Druckerserver vom Netzwerk, falls es sich um einen externen Angriff handelt.
00:02:32: Während mein Team sich an die Arbeit machte, ging ich zum CEO, um ihn über die Situation zu informieren.
00:02:39: Er nahm es überraschend gelassen auf.
00:02:41: Drucker?
00:02:42: Lachte er.
00:02:43: Ich dachte, wir wären ein papierloses Büro.
00:02:46: Wer druckt denn heutzutage noch etwas aus?
00:02:49: Was ich nicht sagte, dass er selbst derjenige war, der darauf bestand, jede E-Mail auszudrucken, um sie besser lesen zu können und der regelmäßig ganze Präsentation ausdruckte, nur um sie einmal durchzublättern und dann in den Papierkorb zu werfen.
00:03:06: Offenbar jeder,
00:03:08: antwortete ich diplomatisch,
00:03:10: und im Moment drucken alle Drucker unkontrolliert.
00:03:13: Das verschwendet Papier, Toner, und bindet Ressourcen.
00:03:18: Na dann, behebt das Problem,
00:03:20: sagte er mit einer wegwerfenen Handbewegung.
00:03:23: Aber mach keinen großen Aufstand daraus.
00:03:26: Wir haben heute Nachmittag Besuch von Investoren und ich möchte nicht, dass Sie denken, wir können nicht einmal unsere Drucker kontrollieren.
00:03:34: Mit diesem ermutigen Gespräch im Rücken kehrte ich zu meinem Team zurück.
00:03:38: Die Lage hatte sich nicht verbessert.
00:03:41: Die Drucker drucken Quellcode aus,
00:03:44: berichtete Markus, der gerade von der Buchhaltung zurückgekehrt war.
00:03:49: Aber nicht irgendeinen Quellcode.
00:03:51: Es sieht aus wie unser eigener Verwaltungssoftwarecode.
00:03:56: Was?
00:03:57: fragte ich unglaublich.
00:03:59: Wie ist das möglich?
00:04:01: Kevin kam mit ähnlich beunruhigenden Neuigkeiten.
00:04:05: Der Druckerserver wurde kompromittiert.
00:04:07: Jemand hat Zugriff erlangt und sendet gezielt Druckaufträge an alle Geräte.
00:04:12: Ein Hacker!
00:04:13: fragte ich, während ich mental bereits das Worst Case-Szenario durchspielte.
00:04:19: Sensible Unternehmensdaten, die fröhlich aus jedem Drucker im Gebäude sprudeln, während potentielle Investoren durch die Flure geführt werden.
00:04:28: Nicht ganz,
00:04:29: antwortete Kevin mit einem seltsamen Gesichtsausdruck.
00:04:33: Die Anmeldedaten, die für den Zugriff verwendet wurden, gehören dir.
00:04:39: Ich starte ihn an.
00:04:41: Das ist unmöglich.
00:04:42: Ich habe keine Druckaufträge gesendet und mein Passwort ist sicher.
00:04:47: Nun, sagte Sarah, die gerade von ihrer Untersuchung zurückkehrte.
00:04:52: Es sieht so aus, als wäre der Zugriff
00:04:54: von deinem Computer
00:04:55: aus erfolgt.
00:04:56: Heute Morgen um drei Uhr vierzehn.
00:04:58: Um drei Uhr vierzehn war ich zu Hause und habe geschlafen,
00:05:02: protestierte ich.
00:05:03: Mein Computer war ausgeschaltet.
00:05:06: War er das?
00:05:07: fragte Mira Leise.
00:05:09: Hast du ihn wirklich heruntergefahren oder nur in den Ruhezustand versetzt?
00:05:16: Ich öffnete den Mund um zu antworten und schloss ihn dann wieder.
00:05:20: Ich konnte mich nicht erinnern, nach einem langen Tag und einem Abend, an dem ich noch einige dringende E-Mails beantwortet hatte, war ich nach Hause gegangen.
00:05:30: Hatte ich den Computer richtig ausgeschaltet?
00:05:33: Oder hatte ich nur den Laptop zugeklappt in der Annahme, dass er in den Ruhezustand gehen würde?
00:05:39: Das erklärt aber immer noch nicht, wie jemand meine Anmeldedaten bekommen hat,
00:05:44: sagte ich schließlich.
00:05:46: Vielleicht hat niemand deine Anmeldedaten bekommen,
00:05:49: überlegte Kevin.
00:05:50: Vielleicht war es ein automatisiertes Skript, das bereits auf deinem Computer war und zu einem bestimmten Zeitpunkt aktiviert wurde.
00:05:59: Ein Skript?
00:06:01: Auf meinem Computer?
00:06:02: Wiederholte ich unglaublich,
00:06:05: wer würde so etwas tun?
00:06:07: In diesem Moment fiel mir ein Gespräch ein, das ich vor einer Woche mit unseren Praktikanten geführt hatte.
00:06:13: Er hatte sich beschwert, dass seine innovativen Ideen nicht gehört würden, insbesondere sein Vorschlag, die veraltete Druckerinfrastruktur zu modernisieren.
00:06:24: Ich hatte ihm erklärt, dass andere Projekte Priorität hätten und dass die Drucker gut genug funktionierten.
00:06:32: Tim,
00:06:33: sagte ich langsam,
00:06:35: wo ist Tim?
00:06:36: Mein Team tauschte Blicke aus.
00:06:39: Er hat sich heute krank gemeldet, antwortete Sarah.
00:06:43: Magenverstimmung, glaube
00:06:44: ich.
00:06:45: Natürlich hat er das,
00:06:46: murmelte ich.
00:06:48: Okay, neuer Plan.
00:06:50: Mira, fahr den Druckerserver komplett herunter.
00:06:54: Kevin, geh zu meinem Computer und überprüfe ihn auf verdächtiges Kripte oder Programme.
00:07:00: Sarah.
00:07:01: Versuche Tim zu erreichen.
00:07:03: Sag ihm, dass es keine Konsequenzen geben wird, wenn er uns hilft, das Problem zu lösen.
00:07:08: Markus, geh zu jedem Drucker und zieh den Stecker.
00:07:12: Wörtlich.
00:07:14: Während mein Team sich an die Arbeit machte, ging ich in die Küche, um mir einen Kaffee zu holen.
00:07:20: Ich brauchte einen Moment zum Nachdenken.
00:07:22: War es wirklich möglich, dass unser Praktikant einen elaborierten Racheplan ausgeheckt hatte, nur weil ich seinen Vorschlag zur Druckermodernisierung abgelehnt hatte?
00:07:33: Es schien übertrieben, aber in meiner Karriere hatte ich schon seltsamere Dinge erlebt.
00:07:39: Als ich in mein Büro zurückkehrte, wartete Kevin bereits auf mich.
00:07:43: Ich habe etwas gefunden,
00:07:45: sagte er und drehte meinen Laptop zu mir.
00:07:48: Auf dem Bildschirm war ein Skript zu sehen, das tatsächlich darauf programmiert war, um drei Uhr vierzehn eine Verbindung zum Druckerserver herzustellen und den Quellcode unserer Verwaltungssoftware an alle Drucker zu senden.
00:08:02: Aber warum drei Uhr vierzehn?
00:08:04: fragte ich verwirrt.
00:08:06: Pie!
00:08:07: antwortete Kevin mit einem schiefen Lächeln.
00:08:10: Drei Komma vierzehn.
00:08:12: Tim ist ein Mattenerd.
00:08:14: Was ich nicht sagte.
00:08:16: Dass sich in diesem Moment zwischen Bewunderung für die Kreativität des Praktikanten und dem Wunsch schwankte, ihn nie wieder in die Nähe eines Computers zu lassen.
00:08:26: Markus kehrte von seiner Mission zurück, alle Drucker vom Netz zu nehmen.
00:08:31: Mission erfüllt, meldete er.
00:08:35: Obwohl der Drucker in der Rechtsabteilung sich geweigert hat, auszugehen.
00:08:40: Selbst nachdem ich den Stecker gezogen hatte.
00:08:44: Er hatte irgendeine Backup-Batterie.
00:08:47: Ich musste das Papierfach herausziehen, um ihn zu stoppen.
00:08:51: Ein Drucker mit Backup-Batterie
00:08:54: fragte ich unglaublich.
00:08:56: Seit wann haben wir so etwas?
00:08:58: Seit nie,
00:08:59: antwortete Markus.
00:09:01: Das ist das Seltsame.
00:09:04: Es sieht aus wie eine nachträgliche Modifikation.
00:09:08: Die Situation wurde immer bizarrer.
00:09:11: Ein Praktikant, der nicht nur ein Skript auf meinem Computer platziert, sondern auch Hardware-Modifikationen an unseren Druckern vorgenommen hatte, das schien selbst für einen rachsüchtigen Technikentusiasten zu weit zu gehen.
00:09:26: Sarah kam mit Neuigkeiten von Tim.
00:09:29: Er leugnet alles, berichtete sie.
00:09:32: Sagt er sei wirklich krank und habe keine Ahnung wovon wir reden.
00:09:36: Er klang tatsächlich überzeugend.
00:09:40: oder er ist ein guter Schauspieler,
00:09:42: mummelte ich.
00:09:43: Mira, die den Druckerserver heruntergefahren hatte, gesellte sich zu uns.
00:09:48: Ich habe mir die Protokolle genauer angesehen,
00:09:52: sagte sie.
00:09:53: Das Skript wurde nicht nur auf deinem Computer ausgeführt, Marc.
00:09:57: Es wurde auf mehreren Computern im Netzwerk gefunden, alle mit Administratorechten.
00:10:03: Mehrere Computer?
00:10:05: Wiederholte ich.
00:10:06: Das klingt nicht nach dem Werk eines einzelnen Praktikanten.
00:10:10: Nein,
00:10:11: stimmte Mira zu.
00:10:13: Es sei denn, er hatte Hilfe.
00:10:15: Wir sahen uns alle an und langsam dämmerte uns eine beunruhigende Erkenntnis.
00:10:21: Dies war kein Einzeltäter.
00:10:23: Dies war eine Verschwörung.
00:10:26: In den nächsten Stunden deckten wir eine unglaubliche Geschichte auf.
00:10:30: Tim, unser scheinbar harmloser Praktikant, hatte sich mit mehreren unzufriedenen Mitarbeitern aus verschiedenen Abteilungen zusammengetan.
00:10:39: Alle vereint durch ihre Frustration über unsere veraltete Druckerinfrastruktur.
00:10:45: Sie nannten sich selbst die Drucker Befreier und hatten einen elaborierten Plan entwickelt, um auf die Missstände aufmerksam zu machen.
00:10:55: Das Skript war nur der Anfang.
00:10:57: Sie hatten auch kleine Raspberry Pies in einigen Druckern installiert, die als Back-up-Systeme dienten, falls der Hauptangriff gestoppt würde.
00:11:07: Diese Minicomputer waren darauf programmiert, zu zufälligen Zeiten Druckaufträge zu senden, hauptsächlich Memes über schlechte IT-Infrastruktur und Kartons von verzweifelten Büroarbeitern, die mit Druckern kämpfen.
00:11:22: Als wir schließlich alle Geräte gesichert und die versteckten Raspberry Pies entfernt hatten, war es bereits später Nachmittag.
00:11:30: Die Investoren waren gekommen und gegangen, glücklicherweise ohne von dem Druckerchaos zu erfahren.
00:11:37: Der CEO hatte sie in einen Meetingraum auf der anderen Seite des Gebäudes geführt und alle Hinweise auf Papier oder Drucker sorgfältig vermieden.
00:11:47: Ich berief ein Meeting mit allen Druckerbefreiern ein, einschließlich Tim, der plötzlich von seiner Magenverstimmung genesen war.
00:11:55: Zu meiner Überraschung gehörten zu den Verschwörern nicht nur Technikentusiasten, sondern auch mehrere Abteilungsleiter, darunter Petra aus der Buchhaltung, die so überzeugend den schockierten Opfer gespielt hatte.
00:12:09: Warum?
00:12:10: Fragte ich sie alle, als sie vor mir saßen, eine seltsame Mischung aus Reue und trotz in ihren Gesichtern.
00:12:17: Warum dieser ganze Aufwand?
00:12:20: Weil niemand uns zuhört,
00:12:22: antwortete Tim.
00:12:24: Ich habe dreimal Vorschläge zur Modernisierung unserer Druckerinfrastruktur eingereicht.
00:12:29: Dreimal wurde ich ignoriert.
00:12:32: Und ich kann nicht mehr zählen, wie oft meine Berichte kurz vor Abgabeterminen im Druckerstau stecken geblieben sind.
00:12:38: Fügte Petra hinzu.
00:12:40: Oder wie oft ich Toner wechseln musste, weil das Ding so ineffizient ist, dass es doppelt so viel verbraucht wie nötig.
00:12:47: Einer nach dem anderen erzählten sie ihre Druckerhorrorgeschichten und langsam begann ich zu verstehen.
00:12:55: Was für mich ein banales, alltägliches Problem war, war für sie ein ständiges Ärgernis, das ihre Arbeit behinderte und ihre Produktivität beeinträchtigte.
00:13:04: Was ich nicht sagte, dass ich selbst kaum noch etwas ausdruckte und daher die Frustration unterschätzt hatte, die unsere veraltete Druckerinfrastruktur verursachte.
00:13:16: Okay,
00:13:17: sagte ich schließlich.
00:13:18: Ich verstehe euren Punkt.
00:13:20: Aber war dieser Druckeraufstand wirklich notwendig?
00:13:24: Hättet ihr nicht einfach einen formellen Antrag stellen können?
00:13:28: Tim lachte bitter.
00:13:30: Haben wir, mehrfach.
00:13:32: Alle wurden mit der Begründung abgelehnt, dass andere Projekte Priorität haben.
00:13:39: Ich zuckte zusammen, als ich meine eigenen Worte hörte.
00:13:43: Nun gut,
00:13:44: säufzte ich.
00:13:45: Ihr habt meine Aufmerksamkeit.
00:13:47: Was schlagt ihr vor?
00:13:49: Zu meiner Überraschung zog Tim einen detaillierten Modernisierungsplan aus seiner Tasche, komplett mit Kostenanalyse Implementierungsplan und ROI Berechnung.
00:14:01: Es war beeindruckend gründlich und zeigte, dass die Drucker befreier ihre Hausaufgaben gemacht hatten.
00:14:07: Das sieht tatsächlich sehr durchdacht aus,
00:14:10: gab ich zu, während ich den Plan durchblätterte.
00:14:13: Warum habt ihr das nicht gleich so präsentiert?
00:14:17: Haben wir, antwortete Petra Trocken.
00:14:20: Es wurde in einem Ordner abgelegt und vergessen.
00:14:24: Ich spürte, wie mir die Röte ins Gesicht stieg.
00:14:28: Sie hatten recht, in meinem Fokus auf.
00:14:31: Wichtigere IT-Projekte hatte ich die alltäglichen Probleme übersehen, die das Arbeitsleben meiner Kollegen tatsächlich beeinflussen.
00:14:40: Okay.
00:14:41: Swingend, sagte ich schließlich.
00:14:44: Ich werde diesen Plan dem CEO vorlegen und mich persönlich dafür einsetzen.
00:14:49: Aber unter einer Bedingung keine weiteren Guerilla-IT-Aktionen.
00:14:55: Wenn ihr ein Problem habt, kommt direkt zu mir und ich verspreche zuzuhören.
00:15:00: Die Drucker befreier, tauschten Blicke aus und nickten an zustimmend.
00:15:05: Und?
00:15:05: Fügte ich mit einem Lächeln hinzu.
00:15:08: Ich muss zugeben, die Raspberry Pi Installation war beeindruckend.
00:15:13: Tim, hast du Interesse an einem Praktikum in der IT-Sicherheit?
00:15:17: Wir könnten jemanden mit deinen kreativen Fähigkeiten gebrauchen.
00:15:22: Tims Gesicht hellte sich auf.
00:15:25: Ernsthaft?
00:15:26: Das wäre großartig.
00:15:28: Am nächsten Tag präsentierte ich dem CEO den Modernisierungsplan.
00:15:33: Zu meiner Überraschung war er sofort begeistert.
00:15:36: Nicht wegen der technischen Details oder der Effizienzsteigerung, sondern weil einer der Investoren am Vortag beiläufig erwähnt hatte, das papierlose Büros die Zukunft sein.
00:15:49: Das passt perfekt zu unserer neuen umweltbewussten Ausrichtung,
00:15:53: erklärte er begeistert.
00:15:55: Wir werden es Green Office Initiative nennen.
00:15:57: Das Marketing wird es lieben.
00:16:00: Was ich nicht sagte, dass eine wirklich umweltbewusste Lösung darin bestünde, weniger zu drucken, nicht nur bessere Drucker zu haben.
00:16:09: Aber ich nahm den Sieg, wie er kam.
00:16:12: In den folgenden Wochen implementierten wir den Plan der Drucker Befreier.
00:16:17: Neue effizientere Drucker wurden installiert, ein besseres Druckerwarteschlangensystem eingerichtet und Auf Tims Vorschlag hin ein Dashboard entwickelt, das den Status aller Drucker in Echtzeit anzeigte.
00:16:32: Die Veränderung war bemerkenswert, die Anzahl der Druckerprobleme sank um siebzig Prozent, die Tonerkosten wurden halbiert und die Mitarbeiter zu Friedenheit stieg spürbar an.
00:16:44: Tim begann sein Praktikum in der IT-Sicherheit und erwies sich als wertvolle Ergänzung des Teams.
00:16:51: Seine unkonventionelle Denkweise half uns Schwachstellen zu identifizieren, die wir übersehen hatten und seine Begeisterung war ansteckend.
00:17:00: Eines Tages, etwa drei Monate nach dem Druckeraufstand, fand ich auf meinem Schreibtisch ein kleines Paket.
00:17:08: Darin war ein winziger, drei D-gedruckter Drucker mit einer Notiz.
00:17:13: Für den Mann, der gelernt hat, zuzuhören.
00:17:16: Die Drucker befreier.
00:17:17: Ich stellte die kleine Figur neben meinen Monitor als ständige Erinnerung daran, dass manchmal die scheinbar banalsten Probleme die größten Auswirkungen auf den Arbeitsalltag haben können und dass es sich lohnt, auf die Menschen zu hören, die täglich mit diesen Problemen konfrontiert sind.
00:17:36: Und wenn mich jetzt jemand fragt, was die wichtigste Eigenschaft eines IT-Leiters ist, antworte ich nicht mehr technisches Wissen oder strategisches Denken.
00:17:46: Ich sage,
00:17:48: die Fähigkeit zuzuhören, selbst wenn die Botschaft aus einem rebellierenden Drucker kommt.
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